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Pinot noir

Pinot Noir ist eine Rebsorte, die einerseits verehrt und andererseits verschmäht wird: geliebt wird sie wegen ihrer Eleganz und ihrer Fähigkeit, Begeisterung zu wecken; verschmäht wird sie wegen ihres komplizierten Anbaus. Es handelt sich um eine empfindliche Traube, die sehr anfällig für Rebstock-Krankheiten ist, aber auch um eine Sorte mit einer enormen Kapazität, die das Terroir ins Glas transportieren kann.

Seit dem Mittelalter wird sie in Nordfrankreich, im Burgund und auch in der Loire angebaut; Letzteres aufgrund der Nähe zum Pariser Königshaus. Wahrscheinlich waren es die Mönche von Cîteaux und Cluny, die die burgundischen Weinberge mehrheitlich mit Pinot Noir bepflanzten und die empfindliche rote Traube zu einem Synonym für Rotwein aus Burgund machten. Heute findet man sie in vielen Weinbergen der Welt, allerdings mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Sie liebt nicht jedes Klima oder Terroir, wenn sie sich aber wohl fühlt, kann sie Rotweine hervorbringen, die zu den herausragendsten der Welt gehören. Der Jura, Österreich, Deutschland, Südtirol, Oregon und die kühleren Gegenden Neuseelands haben sich als perfekte Lebensräume für Pinot Noir herausgestellt, denn Spätburgunder, wie die Sorte u.a. auch heißt, verträgt kein zu warmes Klima, mag aber auch kein sehr kaltes, da sie sehr früh austreibt. Die Beziehung zwischen Pinot Noir und Champagner bedarf eines eigenen Kapitels. Die Aromen von roten Früchten und Gewürzen der großen Blancs de Noirs oder Rosé-Schaumweine aus der Region zwischen Reims und Épernay kommen von den Schalen der Pinot Noir-Trauben.

Das Bouquet besteht aus Kirsch-, Erdbeer- und Himbeernoten; nach dem Ausbau kommen Aromen von Jagdwild, Leder und Pilzen dazu oder andere, zum Beispiel von schwarzen Pflaumen bei kalifornischen Weinen. Sein Körper ist ätherisch und profund zugleich, reichhaltig und seidig, oft mit Aromen von Rauch und Weihrauch.

Wein + Pinot noir